Spendet für Familie H.! [F.A.Q.]

Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Spendensammlung für die Familie H. haben wir euch hier in einem Frequently Asked Questions [F.A.Q.] zusammengetragen:

„Worum gehts?“

Der Flüchtlingsrat Niedersachsen veranstaltet gemeinsam mit der Flüchtlingsinitiative „Pangea“ eine Spendensammlung für Familie H., die in die Mittellosigkeit nach Bosnien getrieben wurde. Dort geht es der Familie momentan extrem schlecht. Durch den psychischen Druck der letzten Monate hat der Familienvater einen Schlaganfall erlitten und die Familie droht nun auch den letzten Halt zu verlieren. Weder kann die Familie die Operationskosten für den Familienvater begleichen, noch verfügt sie sonst über irgendeine finanzielle Grundversorgung. Private Spenden aus Deutschland ermöglichten es der Familie bislang essentielle Nahrungsmittel zu erwerben. Familie H. hat nun einen Ausblick auf Erwerb eines Kiosk-Ladens, mit dem sie eigenständige Einnahmen erzielen könnte. Die Kosten hierfür belaufen sich auf 1.400€, eine unerreichbare Hürde für die Familie, jedoch ein mögliches für uns! Alle weiteren Infos findet ihr in der gemeinsamen Pressemitteilung des Flüchtlingsrat Niedersachsen und der Gruppe „Pangea“, die wir euch hier verlinkt haben: Pressemitteilung FlüRa Nds und Pangea Spendensammlung, Infovortrag, Solikonzert

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„Warum schon wieder Familie H.?

Die im August durchgeführte Spendensammlung deckte lediglich die ersten Mietzahlungen ab. In vielen osteuropäischen Staaten ist es normal, die Mietkosten bei Einzug ein Jahr im Voraus zu zahlen. Ohne unseren Support wäre die Familie wohnungslos geworden, was für alle Beteiligten eine sowohl physisch als auch psychisch untragbare Situation dargestellt hätte. Nun geht es um die Unterstützung einer geregelten Einnahmequelle. Da die Familie mittellos ist, wäre im Grunde ein viel höherer Betrag notwendig. Wir versuchen nun jedoch in erster Linie, den absolut notwendigen Anteil abzudecken.

„Bosnien? Das ist es doch sicher!“

Nein. Besonders ethnische Minderheiten, wie bei Familie H. etwa die Zugehörigkeit zur ethnischen Gruppe der Roma, leben täglich in Gefahr vor rassistischen Übergriffen und werden auf allen Ebenen diskriminiert. Roma werden häufig keine Wohnungen vermietet, weshalb viele in Slums, ohne Strom oder Heizung – auch im Winter! – leben müssen. Die serbische Regierung bestätigte sogar, dass rund ein Drittel aller Roma keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, gar 70% keinen Zugang zu Abwassersystemen (und damit auch „normalen“ Klos). UNICEF berichtete überdies, dass die Chance, das erste Lebensjahr zu erreichen, für Kinder von Roma-Familien um ein Drittel höher ist als Kinder der ethnischen „Norm“. (Alle Quellen hierzu im Pro-Asyl Rechtsgutachten vom April ’14: tinyurl.com/plvuaq3)

„Die hätten bestimmt nicht ohne Grund abgeschoben werden sollen!“

Abschiebungen gründen sich nicht auf humanitären Zwecken, sondern auf eiskaltes strategisches Kalkül einer inhumanen Politik! Die CDU/SPD Regierung beschloss schon im Koalitionsvertrag u.a. Bosnien als sicheren Herkunftsstaat zu betiteln. Menschen, die aus Bosnien und Herzegowina, Mazedonien, Serbien u.ä. Staaten fliehen, können somit sehr viel schneller abgeschoben werden. In Deutschland bleibt deshalb die Bewilligungsquote von Asylanträgen aus diesen Ländern unter einem Prozent, was im nicht menschenfreundlicherem Belgien bei immerhin 18% liegt. Diese offene Anti-Flüchtlings-Politik spielt damit auch noch Rassist*innen wie Mirco Weiß in die Hände, die den sog. „Balkanflüchtlingen“ aufgrund der niedrigen Bewilligungsquote „grundloses Flüchten“ unterstellen (tinyurl.com/osng2pj).

„Warum noch mehr? Werfen wir Refugees nicht eh schon alles hinterher?“

Nein. Zwar ist es Aufgabe des Staates Kosten für Essen, Unterbringung, Kleidern und Erstausstattung zu tragen, aber häufig werden diese durch Sach- oder Finanzspenden von Aktivist*innen getragen. Daneben erhalten Geflüchtete nur etwa 143€ monatlich (tinyurl.com/owuys2k). Zum Vergleich: Der aktuelle Hartz-IV Satz liegt bei 399€ (BGBl. Nr 47 vom 17.10.14, S. 20) und ist damit deutlich höher. Nun liegt aber auch der Hatz-IV Satz deutlich unter einem menschenwürdigen Niveau! Im Fall der Familie H. geht es um die Herstellung eines minimalen Lebensstandards. Weder Refugees hierzulande oder der Familie H., wird irgendetwas hinterher geschmissen. Anderweitige Behauptungen sind nichts weiter als haltlose Unterstellungen der deutschen Politik.

„Kümmert sich niemand um die deutschen Armen?“

Doch. Armut muss beseitigt werden. Ganz egal wer davon betroffen ist! Eine künstliche Aufteilung unserer Gesellschaft in „gute“ und „schlechte“ Arme, „fremde“ und „Volkseigene“, „schnorrende“ und „ehrliche“ ist falsch und kommt lediglich der herrschenden Klasse zugute. Die Ursache einer Armut produzierenden Gesellschaft müssen wir in dem Wirtschaftssystem suchen, doch nicht in den Armen! Lassen wir uns nicht spalten!

„Die haben doch sogar Smartphones, so schlecht kanns denen gar nicht gehen!“

Stimmt, manche haben das. Handys sind heutzutage allerdings kein Luxusgut mehr und sind aus unserer Gesellschaft kaum noch wegzudenken. Gebrauchte Modelle findet man heutzutage schon zu erschwinglichen Preisen (tinyurl.com/5umvqvj). Kommunikation ist aus unserer Sicht ein Menschenrecht und hat so schon eine enorme Relevanz. Insbesondere bei sprachlichen Barrieren in der alltäglichen Umwelt und verschiedensten Diskriminierungserfahrungen sollte Kommunikation mit wem man will, wann man will und wo man will möglich sein!

„Wir sind doch nicht das Sozialamt der Welt!“

Wenn unter „wir“ der deutsche Staat gemeint ist, dann nein, dann sind „wir“ kein Sozialamt, sondern sogar eine der Hauptursachen für Flucht. Bewaffnete Konflikte der Vergangenheit (tinyurl.com/pvj4wrv), Rüstungsexporte (tinyurl.com/ncjo44j), zur Zusammenfassung siehe S. 5ff.), Zusammenarbeit mit Diktaturen (tinyurl.com/q58n452), vielfältig aggressive Wirtschaftspolitik (tinyurl.com/o39kon2; tinyurl.com/q6estjk) und klimatisch bedingte Katastrophen (tinyurl.com/p4lmg6b) sind nur einige Aspekte einer unmenschlichen, Flucht verursachenden Weltordnung an dessen Verantwortlichkeit der deutsche Staat einen enormen Anteil trägt!

„Wir deutsche machen doch schon genug!“

Als eines der reichsten Staaten der Welt könnte und müsste Deutschland noch viel mehr Menschen aufnehmen. Bislang jedenfalls ist der Anteil von Refugees lächerlich gering (tinyurl.com/pywquxn).

„Ich muss arbeiten und die machen sich ein schönes Leben!“

Wer unzufrieden mit seinem Schicksal ist, sollte lieber die herrschende Ordnung hinterfragen, die ihn ausbeutet und nicht andere Ausgebeutete angreifen. Wir sind die gesellschaftliche Gruppe von Leuten, die im Grunde nichts anderes auf dem Konkurrenzmarkt besitzen, als unsere eigene Arbeitskraft. Kämpfen wir nicht gegeneinander, sondern lenken wir den Blick auf die eigentlichen Ursachen unserer Unzufriedenheit!

„Die können doch nicht alle Recht auf Asyl haben!“

„Recht“, also die Durchsetzung von Gesetzen, inkl. Verboten, Zwängen und Strafen dient zur Aufrechterhaltung dieser Gesellschaftsordnung, nicht zur Etablierung moralischer Normen. „Recht“ ist deshalb immer davon abhängig, was die herrschende Klasse zur Verteidigung des Status quo benötigt. „Recht“ steht besonders bzgl. der Situation von Refugees häufig komplett entgegengesetzt gegenüber dem, was der gesunde Menschenverstand unter „Gerecht“ versteht. Asyl ist deshalb kein „Recht“, sondern ein Menschenrecht. Und das muss immer gelten. Egal welche Gesetze bestehen.

„Das ist doch nicht mein Problem!“

Wir können nicht länger zuschauen, wie unsere Freund*innen schlechter behandelt werden. Deshalb versuchen wir bei jeder Gelegenheit das Beste für unsere Mitmenschen zu erreichen. Hierbei sind wir aber auf die Hilfe jedes einzelnen Menschen angewiesen. Hilf mit einer Familie eine menschenwürdige Perspektive zu verschaffen!

Kein Mensch ist illegal!

Refugees Welcome!

Spendet an:

Empfänger: Pangea
IBAN: DE93 4306 0967 4090 3677 00
BIC: GENODEM1GLS
Verwendungszweck: Familie H.