Zu den Geschehnissen am Kölner Hauptbahnhof.

Wir sind entsetzt.

Zum einen, weil die Geschehnisse aus der Silvesternacht in Köln zeigen, in welcher frauenverachtenden Welt wir heute noch leben müssen. Zum anderen, weil die Vorkommnisse umgehend instrumentalisiert werden, um gegen geflüchtete Menschen muslimischen Glaubens zu hetzen.

Eins ist klar: Sollten sich die Medienberichte bestätigen, müssen die Geschehnisse mit allen unserer Gesellschaft zur Verfügung stehenden Mitteln aufgearbeitet werden. Die Täter müssen ermittelt und entsprechend der geltenden Gesetze bestraft werden. Das ist eine ganz einfache, dem demokratischen Prinzip inhärente Logik.

Große Teile der etablierten Medien übertragen nun aber das Handeln dieser in Köln versammelten Personengruppe auf eine ganze Religionsgemeinschaft. Das ist blanker Rassismus. Hunderttausende Unschuldige werden unter Generalverdacht gestellt. Hunderttausende, die mit den schwierigen ökonomischen, sozialen und rechtlichen Verhältnissen leben müssen, die ihnen unsere Gesellschaft auferlegt hat und die trotzdem weder meckern, stehlen noch demonstrieren – geschweige denn vergewaltigen oder in einer anderen Form Gewalt ausüben. Hunderttausendmal heißt es so: „Du auch.“ Mit den perfiden Mitteln der Angstinduktion kann das Einzug ins Denken einer breiten Masse erhalten, was sich selbst NPD-, AfD- und Pegida-Rassist*innen in ihren feuchtesten Träumen nicht besser hätten ausmalen können: Das dystopische Schreckensszenario vom frauen- und rechtsverachtenden Nordafrikaner, den „wir“ jetzt endgültig abschieben müssen.
„Er“ sei ja sowieso nie mit „unseren“ Werten vereinbar gewesen.

Dem stellen wir uns entschieden entgegen!

Für den Feminismus, für den Internationalismus und gegen jeden Rassismus! Denn ein von Angst und Vorbehalten vergiftetes Klima kann niemals Grundlage für eine progressive gesellschaftliche Entwicklung sein – Fight Sexism, Fight Racism!